Jessica aus Gleichen-Etzenborn ist Echte Niedersachsen-Model. Die 20-jährige Tierpflegerin liebt ihre Heimat, ihre zwei Ziegen und beschreibt sich selbst als „Pferdetussi“.
Jessica
© Annika Wilkening
„Ich hatte richtig Nervenflattern“, erinnert sich Jessica Ehbrecht an das Echte Niedersachsen-Probe-Shooting in Hannover. „Alles war neu und aufregend.“ Einfach aus Spaß hatte sich die 20-Jährige aus Gleichen-Etzenborn bei Göttingen um einen Platz im Kalender beworben. „Ich habe die Anzeige in der LAND & Forst gelesen und meine Familie meinte: Probier doch mal aus.“ Mit einem professionellen Foto-Shooting, wie Jessica es dann Anfang des Jahres im Harz erlebte, hatte sie damals nicht gerechnet. „Für mich war das ein Abenteuer. Es war zwar echt kalt, es lag noch Schnee, aber es war ein so tolles Team und die Fotografen waren klasse. Danach haben wir uns dick in Decken eingemummelt und zusammen Tee getrunken“, erzählt die Tierpflegerin, die in diesen Tagen ihre letzte Prüfung hat, und strahlt.
Am Institut für Tierzucht- und Haustiergenetik der -Georg-August-Universität in Göttingen lebte Jessica ihre Tierliebe in den vergangenen drei Jahren voll aus. Ein Schwerpunkt des Institutes ist die Rückzüchtung der Buren-Ziege, eine Rasse, die ihren Ursprung in Südafrika hat. Rund 100 bis 150 Tiere umfasst der Stammkern. Zu den Aufgaben von Jessica und ihren Kollegen gehören die Pflege und Versorgung, sie helfen beim Ultra-Schall, sind bei Geburten dabei, packen beim Ausmisten mit an. Ein vielfältiger Job. „Ziegen sind extrem neugierig, da erlebt man schon eine Menge“, sagt sie und streichelt den jungen Bock, den die Mitarbeiter liebevoll „Spatz“ nennen. Eine andere Ziege knabbert an Jessicas Hosenbein. Zwei der Huftiere hat die junge Frau sogar adoptiert: Zu Hause warten die zweijährigen Ziegen-Geschwister „Hope“ und „Mausi“ auf ihre Streicheleinheiten. „Hope hab ich langsam aufgepäppelt und beschmust. Ihr fehlt eine Pupille. Aber Ziegen können schlecht allein sein, dann geht die Meckerei los. Also habe ich auch ihre Schwester aufgenommen.“ Auf dem elterlichen Hof, der auch eine Hobby-Mini-Schweinezucht beherbergt, kein Problem. Von ihren beiden Ziegen-Kindern wird sich die begeisterte Niedersächsin allerdings bald ebenso trennen müssen, wie von ihrer Heimat. Schon im Juli zieht es Jessica nach Frankfurt - auf in ein neues Abenteuer. Am größten Flughafen Deutschlands wird sich die 20-Jährige um Ankunft und Abflug von Hunden, Katzen und Pferden kümmern. „Das ist eine neue Herausforderung, ich freue mich. Vor allem auf die Pferde. Erst wollte ich sogar Pferdewirtin werden. Ich bin eben so ne Pferdetussi“, erklärt sie augenzwinkernd. Anpacken, Tiere betreuen, sich neuen Aufgaben stellen - Jessica ist gespannt auf ihren neuen Job. Auch wenn sie sich nicht als Stadtmensch beschreiben würde. „Ich mag Niedersachsen, es gibt so schöne Ecken hier. Am Steinhuder Meer beispielsweise haben wir Verwandte, wenn ich da bin steig ich immer als erstes aufs Fahrrad.“
Für die Zukunft kann sich Jessica einen Job im Agrar-Bereich vorstellen. „Ich bin absoluter Landwirtschaftsfan. Produzieren und vermarkten, wissen, wo das Essen herkommt, das finde ich gut“, sagt sie. Möglich, dass sie später ein landwirtschaftliches Studium anschließt. Auch die Leitung eines Schweinebetriebs kann sie sich gut vorstellen. „Schweine find ich spannend. Es gibt so viele Möglichkeiten, mal sehen, was kommt. Aber wenn es hier oben eine Perspektive für mich gibt, komme ich auf jeden Fall wieder.“
Annika Wilkening